Das Domino haben die Chinesen vor mindestens 300 Jahren erfunden.
Einst nur zur Wahrsagung benützt, wird es inzwischen in ganz China und
Korea gespielt. Auf 21 Steinen findet man alle Möglichkeiten, die man mit
zwei Würfeln werfen kann (wozu hier noch die Null kommt), und jede Hälfte
eines Dominosteines steht für eine Würfelfläche. In China sind Einer und
Vierer rot, wie auf den dortiegen Würfeln. 11 Steine gibt es doppelt; sie
vervollständigen den Satz von 32 Steinen. Die Doppelsteine werden "Zivil",
die anderen "Militär" genannt, eine für manche Spiele wichtige
Unterscheidung.

Domino ist um die Mitte des 18. Jahrhunderts über Italien nach Europa gekommen, vermutlich aus China. Gegen Ende des Jahrhunderts kam es in England an, wo es von Joseph Strutt in seinem Werk "Sports and Pastimes" (1801) "als ein sehr kindliches Spiel" kritisiert wurde. "Domino", schrieb er, "hat nichts, was die Beachtung erwachsener Leute verdiente, es sei denn seine Neuartigkeit". Sein kategorisches Urteil wurde jedoch vom Volk munter ignoriert; es nahm das Spiel mit Begeisterung auf und spielt es immer noch.

Frühe europäische Dominosteine sind aus Knochen gearbeitet. Um 1840 befestigte man die Knochenstücke mit Messingstiften auf Ebenholzrücken, damit man die Steine auch hochkant auf den Tisch stellen konnte. Billige Spielsätze aus schwarz gebeiztem Holz (und jüngst auch aus Kunststoff) machten das Spiel noch populärer, und man erfreut sich in den Cafés Europas und Südamerikas noch immer am Domino.

Stand 7-März-2012



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