Japanpapiere
Wie kam Japanpapier nach Europa

Durch englische und holländische Importeure wurde Japan-Papier in Europa schon seit dem 17. Jahrhundert bekannt. Der deutsche Forschungsreisende Engelbert Kaempfer (1651-1716) schrieb die ersten Abhandlungen über japanische Papiere. Erwähnenswert ist, daß schon Rembrandt die Schönheit und Brauchbarkeit von Japanpapier bewunderte. Im Rijksmuseum, Amsterdam, sind einige seiner Drucke ausgestellt.

Vielleicht war es die Wiener Weltausstellung von 1873, die die außergewöhnliche Schönheit und Nützlichkeit der Japanpapiere in Europa populär machte oder die vielen japanischen Maler, deren Werke in Europa gefallen fanden.

Oskar Vangerow begann im Jahr 1932 mit Direktimporten. Heute jedenfalls ist Japanpapier ein unentbehrliches Material nicht nur für den bildenden Künstler, sondern auch für Restaurateure, für viele verschiedene Hobbys, für Glückwunschkarten, Teefilter und eine Anzahl von technischen Belangen.

Die Rohstoffe War der Rohstoff für Papier in Europa anfangs Lumpen, später Zellstoff oder Holzschliff, verwendete man in Japan seit mehr als 1000 Jahren bestimmte Pflanzenfasern niedriger Wuchshöhe:

1.  Gampi - wächst wild an Hängen und auf Feldern milden Klimas 1.5m
    hoch. Gampi ergibt ein sehr beständiges und schönes Papier.
2.  Kozu - eine wildwachsenden Pflanze, wird jetzt auch angebaut;
    2-5m hoch. Kozupapiere sind sehr zäh.
3.  Mitsuma - Genannt mitsuma wegen der gelbbraunen Äste. 1-2m hoch;
    ergibt graziöses Papier mit feiner Faserung und Weichheit. Wie bei
    kozu wird nur die innere Rinde verwendet.

Das Papierschöpfen Unter Zugabe von viel Wasser, je nach Bütte bis zu 98%, werden nun die zerkleinerten Rohstoffe in einer Bütte vermischt und dann mit einem Sieb geschöpft.

Zum Schöpfen des Papiers verwendet man hauptsächlich in Japan wie auch in China ein Bambussieb. Das sind Siebe aus Bambusleisten oder auch aus Pampasgras, die mittels Pferdehaaren, Hanf oder Seide zusammengebunden sind. Jede Papiermühle hat eigene Formate von Sieben, die auch das Bogenformat ergeben. Diese Siebe können bis 150cm lang sein. Sie hängen der leichteren Handhabung wegen wie Marionetten an Schnüren. Lange wird geschöpft und hin- und hergeschüttelt, etwa 1-2 Minuten, bis ein Bogen fertig ist, selbst bei dünnsten Papieren. Unreinheiten oder verfilzte Fasern werden oft mit einer Nadel vom Sieb herausgefischt.

Nun wird vom Sieb der nasse Bogen auf einem Stapel abgerollt, ein Bogen über den anderen, ohne Filzzwischenlagen (wie in Europa). Auch das Gautschen (Pressen des frischen Papierstapels) wird nur bei wenigen Sorten durchgeführt.

Auf jedes Brett kommen z.B. 2 Bogen und 2 Bogen auf die Rückseite. Danach werden diese mit Papier belegten Bretter ins Freie gestellt zum Sonnenbleichen.

Statt dem Ablegen auf Bretter werden gewisse Sorten auch auf einer geheizten Eisenplatte aufgebürstet und so sofort getrocknet.

Weitere Anwendungen von Japanpapier Dient Papier in Europa hauptsächlich zum Drucken, Schreiben und Verpacken, findet es in Japan eine weit vielfältigere Verwendung, zum Beispiel auch für Fenster, Schirme, Paravents, Laternen, Puppenkleider, Fächer, Tabaksbeutel, Siebe, Kopfbedeckungen, Taschentücher, Kleidung, Schachteln, Tellerdeckchen, Einkaufstaschen, - und die meisten japanischen und chinesischen Künstler malen fast ausschließlich auf Papier.

"Es empfiehlt sich", so schreibt Peggy Neumann, "beim Aquarellieren auf Japanpapier eine feste Unterlage zu haben. Man kann Glas nehmen oder, wie ich es tue, einen Tisch mit weißem Plastikbelag. Jeder muß seine eigene Erfahrung machen, aber ich glaube, daß einmal die Bekanntschaft mit Japanpapier gemacht, die Faszination von diesem vielseitigen Material immer bleiben wird."

Stand 28-Dezember-2011



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